Seilschaften

Zum Klettern gehören immer zwei. Eine*r, die klettert, und eine*r die sichert. Eine sogenannte Seilschaft. Im Kletterkurs lernen die Kinder relativ schnell, sich gegenseitig zu sichern. Allerdings stehen die Kursleiter immer dabei und überprüfen ganz genau, ob auch das Seil am Gurt des Kletternden richtig festgeknotet ist und das Seil bei der sichernden Person richtig herum im Sicherungsgerät sitzt.

Ich muss gestehen, die ersten Monate habe ich das neue Hobby unserer Tochter eher mäßig verfolgt und hatte nicht wirklich einen Plan, wie das Ganze so abläuft. Klar war ich beeindruckt und stolz, wie unsere Kleine nach kürzester Zeit die 17 Meter hohen Wände hochgeschossen ist. Aber das war’s dann auch schon.

Es hat über ein Jahr gedauert, bis ich auf den Trichter kam, selbst einen Sicherungskurs zu absolvieren. Und wirklich, ganz ehrlich, das war der entscheidende Move! Der Schlüsselmoment zu einem ganz neuen Erleben der Welt meiner Tochter. Der Kurs als solches dauerte gerade mal drei Stunden und neben den Basics zur Ausstattung (Klettergurte, Karabiners & Sicherungsgerät), Sicherungstechnik, Knoten- und Seilkunde und Partnercheck sind wir tatsächlich mehrmals die Wand hochgestiegen. An dieser Stelle sei gesagt: erst wer sich hochgekämpft hat, wer selbst oben im Seil gehangen ist und die Angst loszulassen und sich ins Seil fallen zu lassen, überwunden hat, fängt an zu spüren und zu verstehen, was das Klettern so besonders macht. Wie groß die Freude an so einem kleinen Erfolg und Moment der Freiheit sein kann! Alle Kursteilnehmerinnen und Teilnehmer waren damals so begeistert, dass wir nach Kursende noch so lange die Wände hoch geklettert sind, bis unsere Hände, Arme und Beine komplett erledigt waren.

Ab diesem Zeitpunkt war das Mutter-und-Tochter-Gespann dann regelmäßig am Wochenende in der Halle anzutreffen. Gerade im Herbst, wenn das schmuddelige Wetter nicht mehr wirklich viele Outdoor-Aktivitäten hergibt, ist die Kletterhalle mit ihren vielfältigen Möglichkeiten absolut Gold wert und allerwärmstens zu empfehlen! Neben der Kletterwand gibt es ja noch viel mehr Möglichkeiten für die Kids, sich auszutoben. In unserer Kletterhalle befindet sich zum Beispiel eine freihängende Leiter, von der sich die Kinder ins Seil fallen lassen können und sich gegenseitige Mutproben stellen. Anderswo kommt beim Überqueren von Hängebrücken knapp unterhalb der Decke oder beim gesichterten Sprung vom Treppengeländer packendes Abenteuerfeeling auf oder es liegen einfach nur richtig viele, dicke Matratzen herum, auf welchen sich Handstände, Räder oder sonstige akrobatische Kunststücke perfektionieren lassen. Nicht zu vergessen Kaffee, Kakao und Kuchen für die Pause zwischendurch!

Und übrigens: so ein Klettertag eignet sich auch wunderbar als Geburtstagsgeschenk. Statt irgendwelchen Plastikkram zu verschenken, habe ich angefangen, die Schulfreundinnen und Freunde meiner Tochter einfach für ein paar Stunden mit an die Wand zu holen. Nicht nur, dass die Kinder bislang dort immer eine riesen Gaudi hatten und noch wochenlang davon schwärmten, auch die Eltern fanden das total klasse und hätten ihre Kids am liebsten auch gleich für einen der Kinderkurse in der Halle angemeldet. Wären die nicht schon längst alle ausgebucht…

Daher mein Tipp an Euch Eltern: lasst nicht nur die Kinder ihre Kletterfähigkeiten testen, sondern stellt Euch selbst der Mutprobe und macht einfach mal so einen Sicherungskurs. Eure Kinder werden Euch dafür lieben!

Wie’s mit meiner eigenen Kletterkarriere weiterging und welche Auswirkungen diese auf den Tango hatte, davon beim nächsten Mal. A la prochaine, Eure Tangomuddi.

2 Kommentare zu „Seilschaften

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